Fingerfarben selber machen – ungiftig & abwaschbar
Kleine Kinder lieben es, mit den Fingern zu malen – und genau in dem Alter wandert noch alles in den Mund. Gekaufte Fingerfarben sind oft teuer und mit Zutaten versehen, die man nicht so recht zuordnen kann. Die gute Nachricht: Fingerfarben kannst du in 10 Minuten selbst machen – aus Sachen, die du in der Küche hast, ungiftig und gut abwaschbar.
Ich zeige dir das bewährte Grundrezept mit Speisestärke, dazu eine 100 % essbare Blitz-Variante für die ganz Kleinen und eine Variante ohne Kochen.
Warum Fingerfarben selber machen?
- Ungiftig: Nur Zutaten auf Lebensmittelbasis – ideal, wenn doch mal ein Finger im Mund landet.
- Günstig: Eine Portion kostet nur wenige Cent statt mehrere Euro im Laden.
- Abwaschbar: Geht mit Wasser von Haut und glatten Flächen wieder ab.
- Schnell: In rund 10 Minuten fertig, mit Sachen aus dem Vorratsschrank.
Fingerfarben: Das Grundrezept
Zutaten
Für einen Satz Fingerfarben in mehreren Farben brauchst du:
- 4 EL Speisestärke
- 1 EL Zucker
- 1/2 TL Salz
- 250 ml Wasser
- Außerdem:
- Gel-Lebensmittelfarbe
Anleitung in 5 Schritten
-
Trockene Zutaten mischenGib 4 EL Speisestärke, 1 EL Zucker und 1/2 TL Salz in einen kleinen Topf. Nicht mehr Zucker nehmen – sonst wird die getrocknete Farbe klebrig. -
Wasser einrührenRühre 250 ml Wasser nach und nach ein, bis die Masse klümpchenfrei ist (Verhältnis Stärke:Wasser ca. 1:8). Wichtig: immer erst kalt glatt rühren und dann erst erhitzen – kommt Stärke in heißes Wasser, klumpt sie sofort. -
ErhitzenBei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erhitzen, bis eine dicke, glänzende Masse entsteht (ca. 3-5 Minuten). Der richtige Moment (Verkleisterungspunkt): Die Masse schlägt schlagartig von milchig-trüb auf durchscheinend-glänzend um – genau dann vom Herd nehmen, sonst wird sie gummiartig-klumpig. -
AufteilenDie Masse kurz abkühlen lassen und auf kleine Becher oder eine Muffinform verteilen – ein Becher pro Farbe. -
FärbenIn jeden Becher ein paar Tropfen Gel-Lebensmittelfarbe geben und verrühren (Gel färbt intensiver und verwässert die Masse nicht). Kindergarten-Trick: 1 Tropfen Spülmittel pro Becher unterrühren – dann lässt sich die getrocknete Farbe später viel leichter aus Kleidung auswaschen. Wenn die Bilder trocken sind, geht es mit selbstgemachter Straßenkreide nach draußen weiter.
Weitere Varianten
100 % essbare Fingerfarben (für die ganz Kleinen)
Für Babys und Kleinkinder, die noch viel in den Mund nehmen, gibt es die einfachste Variante ganz ohne Kochen: Naturjoghurt mit Farbe verrühren – pro Farbe 2 EL Joghurt (gut abgetropft, z.B. griechischer – fester, kleckert weniger) mit 1-2 Tropfen Gel-Farbe. Statt Farbe geht auch Fruchtmus (Heidelbeere/Karotte), dann komplett essbar. Nur kurz haltbar, frisch verwenden.
Fingerfarben ohne Kochen
Kein Herd zur Hand? Dann verrührst du pro Farbe 2 EL Mehl + 2 EL Wasser (Mehl:Wasser 1:1) glatt, dazu nur 1 Prise Salz als Konservierung, und färbst mit Gel-Lebensmittelfarbe. Für eine glattere Paste durch ein Sieb streichen. Etwas weniger glatt als die gekochte Variante, dafür noch schneller.
Natürlich färben – ohne Lebensmittelfarbe
Du möchtest ganz ohne künstliche Farbe arbeiten? Diese Hausmittel färben die Grundmasse sanft ein:
- Rot/Pink: Saft von Roter Bete
- Gelb: eine Prise Kurkuma
- Grün: pürierter Spinat
- Blau/Lila: zerdrückte Heidelbeeren
Fingerfarben mit Mehl statt Speisestärke
Beides funktioniert – der Unterschied liegt in der Optik. Speisestärke wird beim Kochen glasig-glänzend und ergibt leuchtendere Farben. Mehl bleibt matt und leicht beige, wodurch alle Töne etwas gedeckter wirken. Dafür hat es fast jeder da. Das Verhältnis bleibt gleich, Mehl braucht beim Kochen nur eine Minute länger, bis es andickt.
Weiße Fingerfarbe
Weiß lässt sich nicht durch Färben erzeugen – die Grundmasse aus Speisestärke wird beim Kochen ja durchsichtig. Für ein deckendes Weiß rührst du 1 TL Speisequark oder Naturjoghurt in eine Portion der fertigen Masse. Alternativ die Mehl-Variante nehmen: Die ist von Haus aus hell und deckt besser.
Welche Farbe eignet sich als Fingerfarbe?
Gel-Lebensmittelfarbe färbt am kräftigsten, Gemüse- und Obstsäfte gehen am besten wieder raus. Wer mit kleinen Kindern malt, sollte vor allem die letzte Spalte lesen:
| Färbemittel | Farbkraft | Essbar? | Geht aus Kleidung? |
|---|---|---|---|
| Gel-Lebensmittelfarbe | Sehr kräftig, wenige Tropfen reichen | Ja, lebensmittelecht | Meist ja, aber Rot und Blau können auf hellen Stoffen Schatten hinterlassen |
| Flüssige Lebensmittelfarbe | Mittel – verdünnt die Masse | Ja, lebensmittelecht | Ja, gut auswaschbar |
| Gemüse- & Obstsäfte (Rote Bete, Spinat, Heidelbeere) |
Zart bis pastellig | Ja, komplett | Am besten – natürliche Farbstoffe verblassen beim Waschen |
| Kurkuma | Kräftiges Gelb | Ja | Nein – färbt Textilien und Fugen dauerhaft. Nur mit Malkittel |
| Gekaufte Fingerfarbe | Sehr kräftig, deckend | Nein | Je nach Produkt – auf die Kennzeichnung DIN EN 71-7 achten |
Der Kurkuma-Fallstrick ist der häufigste: Es färbt wunderbar intensiv gelb – und geht danach weder aus dem T-Shirt noch aus den Fliesenfugen. Für Gelb lieber Lebensmittelfarbe nehmen, wenn nicht gerade im Garten gemalt wird.
Ab welchem Alter sind Fingerfarben geeignet?
Ab etwa 12 Monaten, wenn das Kind selbstständig sitzt und greift. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern ob noch alles in den Mund wandert:
- Unter 1 Jahr: nur die essbare Joghurt-Variante ohne Lebensmittelfarbe, gefärbt mit Fruchtmus – und ausschließlich unter direkter Aufsicht.
- 1 bis 2 Jahre: essbare Varianten. In diesem Alter landen die Finger noch regelmäßig im Mund, das lässt sich nicht wegerziehen.
- Ab 2 Jahren: das gekochte Grundrezept mit Lebensmittelfarbe. Es ist ungiftig, aber durch Salz und Zucker nicht zum Essen gedacht.
- Ab 3 Jahren: alle Varianten, auch Pinsel und Schwämme werden jetzt interessant.
Praktisch für alle Altersstufen: alte Kleidung, eine abwischbare Unterlage und ein Platz in Wassernähe. Fürs Kneten eignet sich ab 2 Jahren ergänzend selbstgemachte Salzteig-Knete.
Häufige Probleme & Lösungen
- Masse zu dünn? Kurz weiter köcheln lassen – beim Abkühlen wird sie zusätzlich fester.
- Klümpchen? Das Wasser zu schnell zugegeben. Mit dem Schneebesen glatt rühren oder kurz durch ein Sieb streichen.
- Farbe zu blass? Mehr Lebensmittelfarbe einrühren – Gel-Farben färben intensiver als flüssige.
- Farbe klebt nach dem Trocknen? Etwas weniger Zucker nehmen, das macht die getrocknete Farbe weniger klebrig.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Die gekochten Fingerfarben halten luftdicht verschlossen im Kühlschrank etwa eine Woche. Mit unserem Haltbarkeitstracker behältst du im Blick, wie lange deine Farben noch frisch sind. Die essbare Joghurt-Variante immer frisch verwenden.
Ich merke mir das Datum für dich - schau einfach wieder vorbei!
- Lebensmittelfarben 8er-Setab 13,95 €GoodBake · Hochkonzentriert, vegan, Tropfverschluss
- Frischhaltedosen 3er-Setab 17,60 €Amazon Basics · Luftdicht, hält die Farben frisch
Ohne Affiliate-Links – Wir empfehlen nur, wovon wir überzeugt sind.
Häufige Fragen zu selbstgemachten Fingerfarben
Antworten auf die meistgestellten Fragen rund um Fingerfarben aus der Küche:
Ja. Das Grundrezept besteht aus Speisestärke, Zucker, Salz und Wasser – alles auf Lebensmittelbasis. Sie sind ungiftig und „taste-safe", aber wegen Salz und Lebensmittelfarbe nicht als Snack gedacht.
Über den Autor
Veröffentlicht: · Geändert:







