Tomaten einkochen für Soße

Im September kommen die Tomaten schneller, als man sie essen kann. Eine eingekochte Tomatenbasis ist praktisch, weil du sie nach dem Öffnen zu Pasta- oder Pizzasoße, Suppe oder Eintopf weiterkochen kannst.

Für den Vorrat bleiben Zwiebeln, Knoblauch und Öl zunächst draußen. Sie verändern Säure und Wärmeleitung. Dieses Grundrezept folgt deshalb einer geprüften Tomatensoße: Tomaten, eine genau dosierte Säure je Glas und eine Einkochzeit passend zur Höhenlage. Würzen kannst du die Soße später ohne Einschränkung.

Unten stehen die vollständige Anleitung, die Zeiten für vier Höhenstufen und eine einfache Alternative: Möchtest du deine eigene Soßenmischung mit Gemüse oder Öl unverändert behalten, frierst du sie portionsweise ein.

Eingekochte Tomatensoße in Gläsern neben frischen Tomaten
Erntezeit Geprüftes Grundrezept Säure wird je Glas dosiert
Zeit ca. 2 Std.
Methode Wasserbad
Kosten ca. 5 €
Haltbar 6-12 Mon.
Lesezeit 10 Min.

Zutaten für die Tomatensoße

Aus 2 kg Tomaten werden je nach Sorte und gewünschter Dicke etwa 700 bis 900 ml Soße. Stelle über die Schaltflächen die Tomatenmenge ein. Die Säure wird nicht pauschal für den Topf berechnet, sondern separat in jedes tatsächlich gefüllte Glas gegeben.

Zutaten
× Rezept
  • 2000 g Tomaten, reif und fleischig
  • Pro gefülltem 500-ml-Glas: 1 EL (15 ml) abgefüllter Zitronensaft oder ¼ TL lebensmitteltaugliche Zitronensäure
  • Salz und getrocknete Kräuter nach Geschmack (optional)
  • Außerdem:
  • 2 Einkochgläser à 500 ml bereithalten; nicht glasfüllende Reste kühlen oder einfrieren
  • Werkzeug:
  • Großer weiter Topf, scharfes Messer, Schneidebrett, Kartoffelstampfer, Passiermühle oder feines Sieb, Trichter, Messlöffel, Küchenwaage und hoher Einkochtopf mit Einsatz

Mit Tomaten aus dem eigenen Garten fallen vor allem Kosten für Deckel und Energie an. Bei gekauften Tomaten hängt der Preis stark von Saison und Sorte ab; selbst gemacht lohnt sich dann eher wegen Geschmack und Zutatenkontrolle als wegen eines festen Sparbetrags.

Wie viele Gläser ergeben 1 kg Tomaten?

Aus 1 kg Tomaten werden ungefähr 350 bis 450 ml Soße. Für eine dünnere Soße wird das Volumen um etwa ein Drittel reduziert, für eine dicke um etwa die Hälfte. Sorte, Reife und Topfbreite verschieben die Ausbeute deutlich.

Ertrag an Tomatensoße und Glasanzahl nach eingesetzter Tomatenmenge
Frische Tomaten Fertige Soße 500-ml-Gläser bereitstellen
1 kg ca. 350–450 ml 1 Glas
2 kg ca. 700–900 ml 2 Gläser
5 kg ca. 1,7–2,3 Liter 4 bis 5 Gläser
10 kg ca. 3,4–4,5 Liter 7 bis 9 Gläser

Richtwerte aus der eigenen Küche. Fleischtomaten und San Marzano geben mehr her, Cocktailtomaten und sehr wässrige Sorten weniger. Verarbeite nur Gläser, die sich bis auf 1 cm Kopfraum füllen lassen; einen nicht glasfüllenden Rest zügig abkühlen und in den Kühlschrank stellen oder einfrieren. Die Einkochzeit steigt nicht linear mit der Menge, weil ein breiter Topf mehr Oberfläche zum Verdampfen bietet.

Welche Tomaten eignen sich?

Verschiedene Tomatensorten zum Einkochen auf einem Holzbrett
Fleischige Sorten geben die dickste Soße

Je fleischiger, desto besser. Der Wasseranteil entscheidet, wie lange du einkochen musst und wie viel am Ende im Glas landet:

  • San Marzano und andere Flaschentomaten: die erste Wahl. Viel Fruchtfleisch, wenig Gallerte, wenige Kerne. Sie geben die dickste Soße bei der kürzesten Kochzeit.
  • Fleischtomaten (Ochsenherz, Marmande): ebenfalls sehr gut, etwas süßer. Der harte Stielansatz muss großzügig herausgeschnitten werden.
  • Runde Standardtomaten: funktionieren, brauchen aber deutlich länger. Rechne mit einem Drittel mehr Einkochzeit.
  • Cocktail- und Cherrytomaten: nur als Beimischung. Sie sind aromatisch, aber das Verhältnis von Schale zu Fruchtfleisch ist ungünstig, und das Häuten von 200 kleinen Tomaten macht niemand zweimal.

Verwende vollreife, feste und unbeschädigte Früchte. Tomaten von abgestorbenen oder durch Frost geschädigten Pflanzen sowie schimmelige, faulige oder stark beschädigte Früchte gehören nicht in die Konserve.

Mit Haut oder ohne?

Technisch geht beides, geschmacklich nicht. Die Haut löst sich beim Kochen nicht auf, sie rollt sich zu zähen Röllchen zusammen, die man später im Glas als Fitzelchen wiederfindet. Ein Pürierstab zerkleinert sie, macht die Soße aber leicht bitter und gräulich.

Für das hier verwendete geprüfte Grundverfahren ist die Passiermühle die passende Methode:

  • Passiermühle statt Häuten: Tomaten weichkochen und durch die Flotte Lotte drehen. Haut und Kerne bleiben zurück, die heiße glatte Masse wird anschließend reduziert. Die gleiche Technik nutzen wir bei der Hagebuttenmarmelade.
  • Nicht mit dem Pürierstab ersetzen: Er zerkleinert Haut und Kerne nur und arbeitet zusätzlich Luft ein. Für eine glatte, gleichmäßig erhitzte Vorratssoße bleibt die Passiermühle die bessere Wahl.

Schritt für Schritt: Tomatensoße einkochen

  1. Geviertelte Tomaten im Topf erhitzen und zerdrücken
    Tomaten vorbereiten und rasch erhitzen 2000 g reife, feste Tomaten unter fließendem Wasser waschen. Stielansätze sowie schadhafte Stellen großzügig entfernen und die Früchte vierteln. Zuerst etwa 500 g in einen breiten Topf geben, bei hoher Hitze unter Zerdrücken rasch aufkochen. Die übrigen Viertel in kleinen Portionen zugeben und die Masse dabei ständig kräftig kochen lassen. Nach der letzten Portion noch 5 Minuten köcheln.
  2. Gekochte Tomaten durch eine Passiermühle streichen
    Haut und Kerne passieren Die heiße, weiche Tomatenmasse portionsweise durch eine Passiermühle oder ein feines Sieb drücken. Haut, Kerne und feste Reste bleiben zurück. Das glatte Tomatenpüree direkt zurück in den ausgespülten breiten Topf geben.
  3. Tomatensoße offen einkochen
    Auf die gewünschte Dicke reduzieren Das Püree ohne Deckel sanft kochen und regelmäßig umrühren. Für eine dünne Grundsoße das Volumen um etwa ein Drittel, für eine dickere Soße um etwa die Hälfte reduzieren. Nicht mit Mehl, Stärke, Reis oder anderen Bindemitteln andicken: Sie verändern die Wärmeleitung und gehören erst nach dem Öffnen in die Soße.
  4. 15 Milliliter abgefüllten Zitronensaft in jedes leere 500-ml-Glas geben
    Säure in jedes Glas dosieren In jedes heiße 500-ml-Glas 1 EL (15 ml) abgefüllten Zitronensaft oder ¼ TL lebensmitteltaugliche Zitronensäure geben. Verwende keinen frisch gepressten Saft: Sein Säuregehalt schwankt. Die Menge gehört in jedes Glas einzeln, damit auch bei abweichender Ausbeute jedes gefüllte Glas die vorgesehene Dosis erhält.
  5. Tomatensoße in Gläser füllen
    Heiß mit 1 cm Kopfraum abfüllen Die kochend heiße Soße in die vorbereiteten Gläser füllen und oben 1 cm frei lassen. Mit einem nichtmetallischen Spatel Luftblasen lösen, Füllhöhe noch einmal korrigieren und die Ränder sorgfältig abwischen. Deckel nach Herstellerangabe aufsetzen und nur so fest schließen wie vorgesehen.
  6. Vier vollständig mit kochendem Wasser bedeckte Gläser Tomatensoße
    Vollständig bedeckt im Wasserbad einkochen Die Gläser auf einen Einsatz in den Einkochtopf stellen und mit warmem Wasser bedecken; über den Deckeln sollen mindestens etwa 2,5 cm Wasser stehen. Topf schließen und kräftig aufkochen. Erst ab dem sprudelnden Kochen die zur Höhenlage passende Zeit aus der Tabelle unten stoppen. Danach Gläser aufrecht herausheben und 12 bis 24 Stunden ungestört abkühlen lassen.

Einkochzeit nach Höhenlage

Wasser kocht in größerer Höhe bei niedrigerer Temperatur. Deshalb steigt die Verarbeitungszeit. Für 500-ml-Gläser gilt beim geprüften Standardrezept:

Einkochzeit für Tomatensoße in 500-ml-Gläsern nach Höhe über dem Meeresspiegel
Höhe über Meeresspiegel Zeit ab sprudelndem Kochen
bis 300 m35 Minuten
301 bis 900 m40 Minuten
901 bis 1.800 m45 Minuten
über 1.800 m50 Minuten

Die Zeit läuft nur, solange das Wasser durchgehend kocht. Fällt das Kochen aus, bringe den Topf erneut zum Kochen und starte die volle Zeit von vorn. Größere Gläser brauchen ein eigenes geprüftes Verfahren; die Zeit darf nicht einfach geschätzt werden.

Warum Säure und Rezepttreue wichtig sind

Das BfR nennt pH 4,6 als relevante Grenze, weist aber zugleich darauf hin, dass der pH-Wert von Tomaten je nach Sorte, Reife und Wassergehalt schwankt. Die festgelegte Säuremenge des geprüften Rezepts gleicht diese Schwankung aus. Sie tötet Sporen nicht ab, sondern schafft ein Milieu, in dem sich Clostridium botulinum schlecht vermehren und kein Toxin bilden kann.

Ein gewöhnlicher Schnellkochtopf ist kein Ersatz für einen geeigneten Druck-Einkochautomaten: Laut BfR sind Temperatur und Druck häufig nicht hoch genug beziehungsweise nicht von außen kontrollierbar. Für dieses Rezept ist kein Druckgerät nötig; halte dich stattdessen exakt an Säuerung, Wasserbad und Höhenzeit.

Verschluss prüfen und vor dem Essen erhitzen

  • Nach 12 bis 24 Stunden prüfen: Der Deckel muss eingezogen sein und darf bei Druck nicht klicken. Undichte Gläser kommen in den Kühlschrank und werden nach vollständigem Erhitzen spätestens am Folgetag verbraucht.
  • Aufgeblähte oder aufgegangene Gläser niemals probieren, sondern ungeöffnet entsorgen.
  • Ein glatter Deckel ist kein Freibrief. Nicht alle Stämme bilden Gas, Verderb bleibt dann unsichtbar.
  • Vor dem Essen vollständig auf 100 Grad erhitzen. Das empfiehlt das BfR vorsorglich für selbst eingekochtes Gemüse. Zwiebeln, Knoblauch, Öl und frische Kräuter kommen bei dieser Gelegenheit dazu.

Schraubglas oder Weckglas?

Beides funktioniert, wenn die Dichtung intakt ist. Das Bundeszentrum für Ernährung nennt für Twist-off-Gläser drei Bedingungen: Der Deckel muss unbeschädigt und rostfrei sein und die weiße Dichtmasse innen vollständig vorhanden.

Vergleich von Schraubglas und Weckglas zum Einkochen von Tomatensoße
  Schraubglas (Twist-off) Weckglas mit Gummi
Kosten 0 €, fallen ohnehin an ca. 1,50 bis 3 € pro Glas
Wiederverwendbar Glas ja, Deckel nur begrenzt ja, nur der Gummi wird getauscht
Dichtigkeit prüfen Deckel muss eingezogen sein und darf nicht klicken Klammern ab, Glas am Deckel anheben: es muss halten
Schwachstelle Dichtmasse altert, Rost unter dem Rand Gummi wird spröde, jedes Jahr prüfen
Für Tomatensoße gut, sofern Deckel neuwertig sehr gut, klare Dichtungskontrolle

Unsere Praxis: Schraubgläser für den Jahresvorrat, weil sie kostenlos anfallen, aber mit konsequent frischen Deckeln. Ein Deckel, der schon einmal eingekocht war, wandert in den Altglas-Container. Das ist der billigste Teil der ganzen Aktion und die häufigste Ursache für Gläser, die nach zwei Monaten aufgehen.

Mein Insider-Tipp: Schreibe neben dem Datum auch die Säure-Variante und Höhenzeit aufs Etikett, zum Beispiel „Zitrone · 40 Min.“. So lässt sich später noch nachvollziehen, welches Verfahren du verwendet hast.

Warum Zwiebeln, Knoblauch und Öl erst später dazukommen

Die eingekochte Basis besteht bewusst aus Tomaten, der genau dosierten Säure und optional Salz oder getrockneten Kräutern. Zwiebeln, Knoblauch, frische Kräuter und Öl verändern ein geprüftes Rezept: Sie beeinflussen Säure, Dichte und Wärmeleitung. Mehr Säure nach Gefühl macht eine beliebige Mischung nicht automatisch zu einem geprüften Verfahren.

Für eine klassische Pastasoße: Glas öffnen, Inhalt vollständig erhitzen und dann Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl anschwitzen, Tomatenbasis dazugeben und abschmecken. So bleibt die Vorratskonserve im geprüften Rahmen und die Würzung trotzdem flexibel.

Du möchtest dein eigenes Familienrezept unverändert konservieren? Dann die fertig gewürzte Soße zügig abkühlen, portionsweise einfrieren und später im Kühlschrank auftauen. Das BZfE nennt gekochte Tomatensoße ausdrücklich als gut zum Einfrieren geeignet.

Wie lange sind eingekochte Tomaten haltbar?

Sechs bis zwölf Monate, wenn Sorgfalt und Hygiene stimmen und die Gläser kühl, dunkel und trocken stehen. Das ist der Zeitraum, den das Bundeszentrum für Ernährung für eingekochte Lebensmittel nennt, und er deckt sich mit unserer Erfahrung: Die Soße vom September ist im folgenden Sommer noch gut, danach lässt die Farbe nach.

  • Vor dem Einlagern prüfen: Der Deckel muss fest sitzen und eingezogen sein. Undichte Gläser kommen in den Kühlschrank und werden nach vollständigem Erhitzen spätestens am Folgetag verbraucht.
  • Nach dem Öffnen: in den Kühlschrank und innerhalb von 3 bis 4 Tagen verbrauchen. Wer länger braucht, friert Portionen ein.
  • Aufgeblähte Deckel: ungeöffnet entsorgen, niemals probieren.
  • Vor dem Verzehr durcherhitzen: Das empfiehlt das BfR ausdrücklich, weil nicht jeder Bakterienstamm Gas bildet und Verderb dann unsichtbar bleibt. Bei Nudelsoße passiert das ohnehin von selbst.

Mit unserem Haltbarkeitstracker siehst du, wann ein geöffnetes Glas verbraucht sein sollte.

Haltbarkeits-Tracker
ca. 4 Tage

Häufige Probleme und Lösungen

Typische Probleme beim Einkochen von Tomaten und ihre Lösung
Problem Ursache Lösung
Soße bleibt wässrig zu wenig reduziert Vor dem Abfüllen offen bis zur gewünschten Dicke weiterkochen. Bindemittel erst nach dem Öffnen verwenden.
Deckel zieht nicht ein Rand nicht abgewischt oder Deckel gebraucht Glas in den Kühlschrank und zuerst verbrauchen. Beim nächsten Mal neue Deckel nehmen.
Soße schmeckt bitter Haut oder unreife beziehungsweise beschädigte Früchte mitverarbeitet Nur reife, gesunde Tomaten verwenden und Haut sowie Kerne mit der Passiermühle abtrennen.
Glas ist beim Einkochen gesprungen Temperaturschock oder direkter Bodenkontakt Heiße Gläser in warmes, nicht kaltes Wasser stellen und ein Tuch unterlegen.
Wasser im Topf färbt sich rot ein Glas ist undicht Nach dem Abkühlen alle Gläser prüfen, das undichte in den Kühlschrank.
Deckel wölbt sich nach oben Gasbildung durch Verderb Ungeöffnet entsorgen. Nicht probieren, nicht abschöpfen.
Praktisches Zubehör

Ohne Affiliate-Links – Wir empfehlen nur, wovon wir überzeugt sind.

Quellenangaben und weiterführende Links

Häufig gestellte Fragen

Die häufigsten Fragen rund um das Einkochen von Tomaten:

Die Reduktionszeit im Topf hängt von Sorte, Menge, Topfbreite und gewünschter Dicke ab. Im Wasserbad gilt für 500-ml-Gläser die Höhenlage: 35 Minuten bis 300 m, 40 Minuten von 301 bis 900 m, 45 Minuten von 901 bis 1.800 m und 50 Minuten darüber. Die Zeit beginnt erst, wenn das Wasser sprudelnd kocht.

Über den Autor

Veröffentlicht: · Geändert: