Kräutersalz selber machen – mit dem richtigen Verhältnis

Ein Topf Rosmarin auf der Fensterbank, im Garten wuchert der Thymian – und im Regal steht gekauftes Kräutersalz für vier Euro, in dem laut Zutatenliste vor allem Salz ist. Selbst gemacht kostet ein Glas etwa 1,50 Euro und schmeckt deutlich kräftiger, weil die Kräuter frisch getrocknet sind statt jahrelang gelagert.

Zwei Dinge entscheiden über das Ergebnis: das Mischungsverhältnis und ob die Kräuter wirklich trocken sind. Am zweiten Punkt scheitern die meisten – dazu unten mehr.

Selbstgemachtes Kräutersalz im Glas mit frischem Rosmarin und Thymian
Geschenk aus der Küche Verhältnis 4:1 – ganz einfach Hält 1 bis 2 Jahre
Arbeitszeit 20 Min.
Ergibt 1 Glas
Kosten ~1,50 €
Haltbar 1-2 Jahre
Lesezeit 8 Min.

Welche Kräuter nimmt man für Kräutersalz?

Am besten robuste, aromastarke Kräuter – Rosmarin, Thymian, Oregano und Salbei. Sie behalten ihr Aroma auch getrocknet. Zarte Kräuter wie Basilikum, Dill oder Schnittlauch verlieren beim Trocknen dagegen viel Geschmack und werden schnell heuartig.

  • Sichere Basis: Rosmarin, Thymian, Oregano, Salbei, Majoran, Liebstöckel
  • Nur in kleinen Mengen: Basilikum, Petersilie, Dill – sie dürfen dabei sein, sollten aber nicht den Hauptteil stellen
  • Für die Würze: Knoblauch (in Scheiben mittrocknen), getrocknete Zitronen- oder Orangenschale, Pfefferkörner, Chiliflocken
  • Klassische Mischung: je ein Drittel Rosmarin, Thymian und Oregano – das passt zu fast allem
Mein Tipp: Ernte die Kräuter am späten Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist, aber die Mittagshitze noch nicht eingesetzt hat. Dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten – und genau die machen später das Aroma aus.

Kräutersalz: Das Grundrezept

Author: DIYtopia (deutsch)
Erstellt am 2026-07-20
Geändert: 2026-07-20
Erstellungszeit: 20 Minuten
Gesamtzeit: 3 Stunden
Ergibt: 1 Portion
Keywords: kräutersalz selber machen, kräutersalz rezept, kräutersalz mischungsverhältnis, gewürzsalz selber machen, kräutersalz thermomix, kräuter trocknen, kräutersalz verschenken
Rubriken: Gewürz, Geschenke aus der Küche
Zutaten
Gläser
  • 100 g grobes Meersalz
  • 25 g getrocknete Kräuter (= ca. 100 g frische)
  • Außerdem:
  • Backblech, Backpapier, Küchentuch, Mörser oder Küchenmaschine
  • 1 sauberes Schraubglas (ca. 125 ml)
  • Optional:
  • Pfefferkörner, getrocknete Zitronenschale, Knoblauch

Anleitung in 5 Schritten

  1. Kräuter waschen und trocken tupfen
    Kräuter waschen und trocken tupfenBrause die Kräuter kalt ab und tupfe sie gründlich mit einem Küchentuch trocken. Grobe Stiele entfernen – die bleiben auch getrocknet zäh und lassen sich später kaum zerkleinern. Wer Kräuter aus dem eigenen Garten nimmt, kann das Waschen weglassen und nur ausschütteln; das spart Trockenzeit.
  2. Kräuter auf dem Blech trocknen
    Kräuter vollständig trocknenLeg die Kräuter einlagig auf ein mit Backpapier belegtes Blech und trockne sie bei 50 °C Umluft 2 bis 4 Stunden. Klemm dabei einen Kochlöffel in die Ofentür, damit die Feuchtigkeit entweichen kann – sonst dünstest du die Kräuter statt sie zu trocknen. Fertig sind sie, wenn ein Blatt beim Zerdrücken zwischen den Fingern hörbar raschelt und zu Staub zerfällt. Biegt es sich noch, muss es zurück in den Ofen.
  3. Getrocknete Kräuter zerkleinern
    Kräuter zerkleinernLass die Kräuter erst auf dem Blech vollständig abkühlen – warm verarbeitet und abgefüllt schlägt sich Kondenswasser im Glas nieder, und genau daraus entsteht später der Schimmel. Zerreib die abgekühlten Kräuter dann zwischen den Handflächen oder zerstoße sie im Mörser. Hör auf, wenn die Stücke etwa die Größe der Salzkörner haben – wird es feiner, staubt das Salz beim Öffnen und setzt sich unten im Glas ab, statt sich gleichmäßig zu verteilen.
  4. Kräuter und Salz mischen
    Mit Salz mischenVermenge 25 g getrocknete Kräuter mit 100 g grobem Meersalz – das ist das Verhältnis 4:1. Rühr so lange, bis sich die grünen Anteile gleichmäßig verteilt haben und keine Nester mehr zu sehen sind. Jetzt kannst du auch Pfeffer oder Zitronenschale untermischen.
  5. Kräutersalz ins Glas abfüllen
    Abfüllen und beschriftenFülle das Salz in ein sauberes, vollständig trockenes Schraubglas – ein einziger Wassertropfen im Glas reicht, um später Klumpen zu bilden. Beschrifte es mit Inhalt und Datum. Kühl, trocken und dunkel gelagert hält das Kräutersalz ein bis zwei Jahre.

Das richtige Mischungsverhältnis

4:1 ist die sichere Grundregel – vier Teile Salz auf einen Teil getrocknete Kräuter. Je nach Verwendung darf es aber auch anders sein:

Mischungsverhältnisse für Kräutersalz nach Verwendungszweck
Verhältnis Salz : Kräuter Auf 100 g Salz Passt für Hinweis
6:1 ca. 17 g Kräuter Tischsalz zum Nachwürzen Dezent, salzt wie normales Salz
4:1 (Grundrezept) 25 g Kräuter Allrounder zum Kochen und Verschenken Ausgewogen, gut sichtbare grüne Anteile
2:1 50 g Kräuter Würzsalz für Ofengemüse, Kartoffeln, Marinaden Kräftig – beim Salzen sparsamer dosieren
1:1 100 g Kräuter Kräuterwürzmischung mit Salzanteil Kein Salzersatz mehr, sondern eine Gewürzmischung

Wichtig beim Umrechnen von frisch auf getrocknet: Frische Kräuter bestehen zu rund 80 % aus Wasser. Aus 100 g frischen Kräutern werden also nur etwa 20 bis 25 g getrocknete. Wenn ein Rezept „100 g Kräuter" sagt, ohne dazuzuschreiben welche gemeint sind, ist fast immer die frische Menge gemeint.

Frische oder getrocknete Kräuter?

Beides geht – aber getrocknet werden muss in jedem Fall. Der Unterschied liegt nur darin, wann:

  • Frische Kräuter selbst trocknen ergibt das kräftigste Aroma, weil die ätherischen Öle noch vollständig da sind. Dafür dauert es länger und du musst die Trocknung selbst kontrollieren.
  • Fertig getrocknete Kräuter aus dem Glas sparen die Trockenzeit komplett – du mischst direkt. Das Aroma ist schwächer, je nachdem wie lange das Glas schon offen steht.
  • Was nicht funktioniert: frische Kräuter direkt mit Salz mischen und im Glas „durchziehen" lassen. Das Salz zieht zwar Wasser, aber nicht schnell genug – die Mischung schimmelt, bevor sie trocken ist.

Kräuter trocknen: Backofen, Dörrautomat oder Luft

Alle drei Wege funktionieren, sie unterscheiden sich in Zeit und Aroma-Verlust. Je niedriger die Temperatur, desto mehr ätherische Öle bleiben erhalten – dafür dauert es länger:

Vergleich der Trocknungsmethoden für Kräuter nach Temperatur, Dauer und Aroma
Methode Temperatur Dauer Aroma Hinweis
Luft (kopfüber gebündelt) Raumtemperatur 3-7 Tage Am besten erhalten Dunkler, luftiger Ort. Nicht in der Küche – Kochdampf verlängert alles
Dörrautomat 40 °C 4-8 Stunden Sehr gut Die zuverlässigste Methode, wenn ein Gerät da ist
Backofen 50 °C Umluft 2-4 Stunden Gut Tür mit Kochlöffel offen halten, sonst dünsten die Kräuter
Mikrowelle niedrigste Stufe 2-4 Minuten Deutlich schwächer Nur als Notlösung – die Kräuter verbrennen leicht

Kräutersalz im Thermomix

Der Thermomix nimmt dir das Zerkleinern ab – und mit dem Varoma auch das Trocknen. Zwei Wege:

  1. Mit bereits getrockneten Kräutern: Kräuter und Salz zusammen 10 Sekunden auf Stufe 6 zerkleinern. Länger nicht – sonst wird das Salz mehlig.
  2. Mit frischen Kräutern: Kräuter und Salz 10 Sekunden auf Stufe 8 zerkleinern, dann die feuchte Masse auf ein Blech streichen und bei 50 °C 1 bis 2 Stunden im Ofen nachtrocknen. Das Salz zieht dabei die Restfeuchte aus den Kräutern.

Der zweite Weg ist der schnellere und ergibt ein sehr feines, gleichmäßig grünes Salz. Nur überspringen darfst du das Nachtrocknen nicht – auch im Thermomix wird aus feuchten Kräutern kein haltbares Salz.

Buntes Kräutersalz und Gewürzsalz-Varianten

Drei selbstgemachte Gewürzsalze im Glas: Kräutersalz, Paprikasalz und Bärlauchsalz
Dasselbe Prinzip, drei Farben und Geschmäcker

Das Grundprinzip bleibt immer gleich – nur die Zutat wechselt. Alle Varianten funktionieren mit dem Verhältnis 4:1:

  • Bärlauchsalz (Frühling): Bärlauchblätter trocknen und einarbeiten. Kräftig im Geschmack, wird dunkelgrün.
  • Paprikasalz: edelsüßes Paprikapulver statt Kräuter, dazu etwas getrockneter Knoblauch. Leuchtet orange-rot.
  • Zitronensalz: abgeriebene Schale von Bio-Zitronen mittrocknen. Passt zu Fisch und Ofengemüse.
  • Selleriesalz: getrocknetes Selleriegrün – das kräftigste der Varianten, sparsam dosieren.
  • Blütensalz: essbare Blüten wie Kornblume oder Ringelblume dazugeben. Kaum Geschmack, aber optisch das schönste Geschenk.

Kräutersalz zum Verschenken

Kräutersalz ist eines der dankbarsten Mitbringsel: haltbar, individuell und günstig. Ein paar Dinge machen den Unterschied:

  • Kleine Gläser nehmen (60-125 ml). Ein großes Glas Kräutersalz wird selten aufgebraucht, bevor das Aroma nachlässt.
  • Bügelgläser statt Schraubgläser wirken hochwertiger und lassen sich besser wieder verschließen.
  • Inhalt und Datum aufs Etikett – und die verwendeten Kräuter dazuschreiben. Wer es geschenkt bekommt, will wissen, wozu es passt.
  • Ein Verwendungstipp aufs Anhänger-Rückseite („passt zu Ofenkartoffeln") macht aus dem Glas ein durchdachtes Geschenk.
  • Als Set kombinieren: drei kleine Gläser mit unterschiedlichen Varianten schlagen ein großes Glas deutlich.

Wenn du beim Verschenken bleiben willst: Marmelade selber machen und Körperpeeling selber machen folgen demselben Prinzip – schnell gemacht, im Glas verschenkt.

Häufige Probleme & Lösungen

Das Kräutersalz schimmelt im Glas? Die Kräuter waren nicht vollständig trocken – das ist die einzige Ursache. Das ganze Glas entsorgen, nicht die Schimmelstellen entfernen. Beim nächsten Mal den Rascheltest machen: Ein Blatt muss beim Zerdrücken hörbar zerbröseln – und die Kräuter vor dem Abfüllen vollständig abkühlen lassen, sonst kondensiert die Restwärme im Glas.
Das Salz klumpt? Restfeuchte oder ein feuchtes Glas. Kleine Klumpen lassen sich zerdrücken und das Salz nochmal 30 Minuten bei 50 °C nachtrocknen. Ein paar Reiskörner im Glas beugen vor, wenn du sie in ein Teesäckchen gibst.
Das Salz schmeckt nach nichts? Meist zu heiß getrocknet – über 60 °C verfliegen die ätherischen Öle. Beim nächsten Mal bei 40 bis 50 °C arbeiten. Retten lässt sich die Charge durch Untermischen frisch getrockneter Kräuter.
Die grünen Anteile setzen sich unten ab? Die Kräuter wurden zu fein zerkleinert. Beim nächsten Mal gröber lassen, ungefähr in Salzkorn-Größe. Vor dem Gebrauch hilft kurzes Schütteln.
Die Kräuter sind im Ofen braun geworden? Zu hohe Temperatur. Braune Kräuter schmecken bitter und lassen sich nicht retten. 50 °C ist die Obergrenze, und die Ofentür muss einen Spalt offen stehen.
Nach Wochen riecht es muffig? Das Glas stand zu hell oder zu warm. Kräutersalz gehört in den dunklen Schrank, nicht neben den Herd. Muffiges Salz nicht mehr verwenden.

Haltbarkeit & Aufbewahrung

Richtig getrocknet hält Kräutersalz ein bis zwei Jahre – es verdirbt nicht im eigentlichen Sinn, sondern verliert nach und nach Aroma. Salz selbst ist unbegrenzt haltbar, begrenzend sind allein die Kräuter.

  • Dunkel und trocken lagern: Vorratsschrank statt Fensterbank. Licht bleicht die grüne Farbe aus.
  • Nicht neben den Herd: Kochdampf ist die häufigste Feuchtequelle im Glas.
  • Trockener Löffel: nie mit feuchten Fingern hineingreifen.
  • Nach einem Jahr prüfen: Wenn beim Öffnen kaum noch Duft aufsteigt, ist das Aroma weg – dann lieber neu ansetzen.

Mit unserem Haltbarkeitstracker behältst du im Blick, wann du das Glas angesetzt hast.

Haltbarkeits-Tracker
ca. 365 Tage

Häufige Fragen zu selbstgemachtem Kräutersalz

Antworten auf die meistgestellten Fragen rund ums Kräutersalz:

Am besten robuste, aromastarke Kräuter: Rosmarin, Thymian, Oregano, Salbei, Majoran und Liebstöckel behalten ihr Aroma auch getrocknet. Zarte Kräuter wie Basilikum, Dill oder Schnittlauch verlieren beim Trocknen viel Geschmack – sie dürfen dabei sein, sollten aber nicht den Hauptteil stellen. Eine bewährte Grundmischung ist je ein Drittel Rosmarin, Thymian und Oregano.

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