Kräutersalz selber machen – mit dem richtigen Verhältnis
Ein Topf Rosmarin auf der Fensterbank, im Garten wuchert der Thymian – und im Regal steht gekauftes Kräutersalz für vier Euro, in dem laut Zutatenliste vor allem Salz ist. Selbst gemacht kostet ein Glas etwa 1,50 Euro und schmeckt deutlich kräftiger, weil die Kräuter frisch getrocknet sind statt jahrelang gelagert.
Zwei Dinge entscheiden über das Ergebnis: das Mischungsverhältnis und ob die Kräuter wirklich trocken sind. Am zweiten Punkt scheitern die meisten – dazu unten mehr.
Welche Kräuter nimmt man für Kräutersalz?
Am besten robuste, aromastarke Kräuter – Rosmarin, Thymian, Oregano und Salbei. Sie behalten ihr Aroma auch getrocknet. Zarte Kräuter wie Basilikum, Dill oder Schnittlauch verlieren beim Trocknen dagegen viel Geschmack und werden schnell heuartig.
- Sichere Basis: Rosmarin, Thymian, Oregano, Salbei, Majoran, Liebstöckel
- Nur in kleinen Mengen: Basilikum, Petersilie, Dill – sie dürfen dabei sein, sollten aber nicht den Hauptteil stellen
- Für die Würze: Knoblauch (in Scheiben mittrocknen), getrocknete Zitronen- oder Orangenschale, Pfefferkörner, Chiliflocken
- Klassische Mischung: je ein Drittel Rosmarin, Thymian und Oregano – das passt zu fast allem
Kräutersalz: Das Grundrezept
- 100 g grobes Meersalz
- 25 g getrocknete Kräuter (= ca. 100 g frische)
- Außerdem:
- Backblech, Backpapier, Küchentuch, Mörser oder Küchenmaschine
- 1 sauberes Schraubglas (ca. 125 ml)
- Optional:
- Pfefferkörner, getrocknete Zitronenschale, Knoblauch
Anleitung in 5 Schritten
-
Kräuter waschen und trocken tupfenBrause die Kräuter kalt ab und tupfe sie gründlich mit einem Küchentuch trocken. Grobe Stiele entfernen – die bleiben auch getrocknet zäh und lassen sich später kaum zerkleinern. Wer Kräuter aus dem eigenen Garten nimmt, kann das Waschen weglassen und nur ausschütteln; das spart Trockenzeit. -
Kräuter vollständig trocknenLeg die Kräuter einlagig auf ein mit Backpapier belegtes Blech und trockne sie bei 50 °C Umluft 2 bis 4 Stunden. Klemm dabei einen Kochlöffel in die Ofentür, damit die Feuchtigkeit entweichen kann – sonst dünstest du die Kräuter statt sie zu trocknen. Fertig sind sie, wenn ein Blatt beim Zerdrücken zwischen den Fingern hörbar raschelt und zu Staub zerfällt. Biegt es sich noch, muss es zurück in den Ofen. -
Kräuter zerkleinernLass die Kräuter erst auf dem Blech vollständig abkühlen – warm verarbeitet und abgefüllt schlägt sich Kondenswasser im Glas nieder, und genau daraus entsteht später der Schimmel. Zerreib die abgekühlten Kräuter dann zwischen den Handflächen oder zerstoße sie im Mörser. Hör auf, wenn die Stücke etwa die Größe der Salzkörner haben – wird es feiner, staubt das Salz beim Öffnen und setzt sich unten im Glas ab, statt sich gleichmäßig zu verteilen. -
Mit Salz mischenVermenge 25 g getrocknete Kräuter mit 100 g grobem Meersalz – das ist das Verhältnis 4:1. Rühr so lange, bis sich die grünen Anteile gleichmäßig verteilt haben und keine Nester mehr zu sehen sind. Jetzt kannst du auch Pfeffer oder Zitronenschale untermischen. -
Abfüllen und beschriftenFülle das Salz in ein sauberes, vollständig trockenes Schraubglas – ein einziger Wassertropfen im Glas reicht, um später Klumpen zu bilden. Beschrifte es mit Inhalt und Datum. Kühl, trocken und dunkel gelagert hält das Kräutersalz ein bis zwei Jahre.
Das richtige Mischungsverhältnis
4:1 ist die sichere Grundregel – vier Teile Salz auf einen Teil getrocknete Kräuter. Je nach Verwendung darf es aber auch anders sein:
| Verhältnis Salz : Kräuter | Auf 100 g Salz | Passt für | Hinweis |
|---|---|---|---|
| 6:1 | ca. 17 g Kräuter | Tischsalz zum Nachwürzen | Dezent, salzt wie normales Salz |
| 4:1 (Grundrezept) | 25 g Kräuter | Allrounder zum Kochen und Verschenken | Ausgewogen, gut sichtbare grüne Anteile |
| 2:1 | 50 g Kräuter | Würzsalz für Ofengemüse, Kartoffeln, Marinaden | Kräftig – beim Salzen sparsamer dosieren |
| 1:1 | 100 g Kräuter | Kräuterwürzmischung mit Salzanteil | Kein Salzersatz mehr, sondern eine Gewürzmischung |
Wichtig beim Umrechnen von frisch auf getrocknet: Frische Kräuter bestehen zu rund 80 % aus Wasser. Aus 100 g frischen Kräutern werden also nur etwa 20 bis 25 g getrocknete. Wenn ein Rezept „100 g Kräuter" sagt, ohne dazuzuschreiben welche gemeint sind, ist fast immer die frische Menge gemeint.
Frische oder getrocknete Kräuter?
Beides geht – aber getrocknet werden muss in jedem Fall. Der Unterschied liegt nur darin, wann:
- Frische Kräuter selbst trocknen ergibt das kräftigste Aroma, weil die ätherischen Öle noch vollständig da sind. Dafür dauert es länger und du musst die Trocknung selbst kontrollieren.
- Fertig getrocknete Kräuter aus dem Glas sparen die Trockenzeit komplett – du mischst direkt. Das Aroma ist schwächer, je nachdem wie lange das Glas schon offen steht.
- Was nicht funktioniert: frische Kräuter direkt mit Salz mischen und im Glas „durchziehen" lassen. Das Salz zieht zwar Wasser, aber nicht schnell genug – die Mischung schimmelt, bevor sie trocken ist.
Kräuter trocknen: Backofen, Dörrautomat oder Luft
Alle drei Wege funktionieren, sie unterscheiden sich in Zeit und Aroma-Verlust. Je niedriger die Temperatur, desto mehr ätherische Öle bleiben erhalten – dafür dauert es länger:
| Methode | Temperatur | Dauer | Aroma | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Luft (kopfüber gebündelt) | Raumtemperatur | 3-7 Tage | Am besten erhalten | Dunkler, luftiger Ort. Nicht in der Küche – Kochdampf verlängert alles |
| Dörrautomat | 40 °C | 4-8 Stunden | Sehr gut | Die zuverlässigste Methode, wenn ein Gerät da ist |
| Backofen | 50 °C Umluft | 2-4 Stunden | Gut | Tür mit Kochlöffel offen halten, sonst dünsten die Kräuter |
| Mikrowelle | niedrigste Stufe | 2-4 Minuten | Deutlich schwächer | Nur als Notlösung – die Kräuter verbrennen leicht |
Kräutersalz im Thermomix
Der Thermomix nimmt dir das Zerkleinern ab – und mit dem Varoma auch das Trocknen. Zwei Wege:
- Mit bereits getrockneten Kräutern: Kräuter und Salz zusammen 10 Sekunden auf Stufe 6 zerkleinern. Länger nicht – sonst wird das Salz mehlig.
- Mit frischen Kräutern: Kräuter und Salz 10 Sekunden auf Stufe 8 zerkleinern, dann die feuchte Masse auf ein Blech streichen und bei 50 °C 1 bis 2 Stunden im Ofen nachtrocknen. Das Salz zieht dabei die Restfeuchte aus den Kräutern.
Der zweite Weg ist der schnellere und ergibt ein sehr feines, gleichmäßig grünes Salz. Nur überspringen darfst du das Nachtrocknen nicht – auch im Thermomix wird aus feuchten Kräutern kein haltbares Salz.
Buntes Kräutersalz und Gewürzsalz-Varianten
Das Grundprinzip bleibt immer gleich – nur die Zutat wechselt. Alle Varianten funktionieren mit dem Verhältnis 4:1:
- Bärlauchsalz (Frühling): Bärlauchblätter trocknen und einarbeiten. Kräftig im Geschmack, wird dunkelgrün.
- Paprikasalz: edelsüßes Paprikapulver statt Kräuter, dazu etwas getrockneter Knoblauch. Leuchtet orange-rot.
- Zitronensalz: abgeriebene Schale von Bio-Zitronen mittrocknen. Passt zu Fisch und Ofengemüse.
- Selleriesalz: getrocknetes Selleriegrün – das kräftigste der Varianten, sparsam dosieren.
- Blütensalz: essbare Blüten wie Kornblume oder Ringelblume dazugeben. Kaum Geschmack, aber optisch das schönste Geschenk.
Kräutersalz zum Verschenken
Kräutersalz ist eines der dankbarsten Mitbringsel: haltbar, individuell und günstig. Ein paar Dinge machen den Unterschied:
- Kleine Gläser nehmen (60-125 ml). Ein großes Glas Kräutersalz wird selten aufgebraucht, bevor das Aroma nachlässt.
- Bügelgläser statt Schraubgläser wirken hochwertiger und lassen sich besser wieder verschließen.
- Inhalt und Datum aufs Etikett – und die verwendeten Kräuter dazuschreiben. Wer es geschenkt bekommt, will wissen, wozu es passt.
- Ein Verwendungstipp aufs Anhänger-Rückseite („passt zu Ofenkartoffeln") macht aus dem Glas ein durchdachtes Geschenk.
- Als Set kombinieren: drei kleine Gläser mit unterschiedlichen Varianten schlagen ein großes Glas deutlich.
Wenn du beim Verschenken bleiben willst: Marmelade selber machen und Körperpeeling selber machen folgen demselben Prinzip – schnell gemacht, im Glas verschenkt.
Häufige Probleme & Lösungen
Haltbarkeit & Aufbewahrung
Richtig getrocknet hält Kräutersalz ein bis zwei Jahre – es verdirbt nicht im eigentlichen Sinn, sondern verliert nach und nach Aroma. Salz selbst ist unbegrenzt haltbar, begrenzend sind allein die Kräuter.
- Dunkel und trocken lagern: Vorratsschrank statt Fensterbank. Licht bleicht die grüne Farbe aus.
- Nicht neben den Herd: Kochdampf ist die häufigste Feuchtequelle im Glas.
- Trockener Löffel: nie mit feuchten Fingern hineingreifen.
- Nach einem Jahr prüfen: Wenn beim Öffnen kaum noch Duft aufsteigt, ist das Aroma weg – dann lieber neu ansetzen.
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- Kleine Bügelgläser (6 Stück)Ideale Größe zum Verschenken, gut wiederverschließbar
- Grobes MeersalzGrobe Körnung hält die Kräuter besser in der Schwebe
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Häufige Fragen zu selbstgemachtem Kräutersalz
Antworten auf die meistgestellten Fragen rund ums Kräutersalz:
Am besten robuste, aromastarke Kräuter: Rosmarin, Thymian, Oregano, Salbei, Majoran und Liebstöckel behalten ihr Aroma auch getrocknet. Zarte Kräuter wie Basilikum, Dill oder Schnittlauch verlieren beim Trocknen viel Geschmack – sie dürfen dabei sein, sollten aber nicht den Hauptteil stellen. Eine bewährte Grundmischung ist je ein Drittel Rosmarin, Thymian und Oregano.
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