Squishy selber machen – 4 Anleitungen zum Nachbasteln

Im Schreibwarenladen kostet ein einzelnes Squishy schnell fünf bis sieben Euro – und nach zwei Wochen ist es entweder verloren oder die Naht reißt auf. Selbst gemacht kostet eins rund 20 Cent und ist in einer Viertelstunde fertig.

Auf dieser Seite findest du vier Wege dorthin: das Papier-Squishy als Klassiker, die Schwamm-Variante, den Knautschball aus Luftballon und den Squishy-Stift. Dazu die Frage, an der die meisten scheitern: Welche Füllung sorgt für den langsamen Slow-Rising-Effekt?

Selbstgemachte Squishies aus Papier: Avocado, Erdbeere und Toast
Anti-Stress 4 Varianten, ab 15 Minuten Schon ab ca. 20 Cent
Zeit 15 Min.
Für Ab 5 J.
Kosten ~20 Cent
Hält Wochen
Lesezeit 8 Min.

Was macht ein gutes Squishy aus?

Der Unterschied zwischen einem guten und einem enttäuschenden Squishy heißt Slow Rising. Gemeint ist: Du drückst es zusammen, lässt los – und es richtet sich langsam wieder auf, über zwei bis drei Sekunden. Genau dieses Zurückfedern in Zeitlupe ist der Reiz. Ein Squishy, das sofort zurückschnellt, fühlt sich billig an.

Erreichen lässt sich das über die Füllung und über die Hülle. Die Hülle muss weich und leicht dehnbar sein, die Füllung darf nicht federn, sondern muss sich langsam wieder ausdehnen. Deshalb funktioniert Watte weniger gut als zerknülltes Papier – dazu gleich mehr in der Füllungs-Tabelle.

Papier-Squishy selber machen

Die einfachste Variante und der beste Einstieg – du brauchst nur Papier, Klebeband und etwas zum Füllen. Alles davon liegt vermutlich schon in deiner Schublade.

Das brauchst du
Squishies
  • 2 Blatt Papier (Druckerpapier oder Backpapier)
  • 1 Handvoll Füllung (Watte oder Küchenpapier)
  • Außerdem:
  • Transparentes Klebeband (breit, mind. 4 cm)
  • Schere, Bleistift, Filzstifte

Anleitung in 5 Schritten

  1. Motiv auf Papier zeichnen
    Motiv aufzeichnenZeichne dein Motiv mit Bleistift auf eines der beiden Blätter – etwa 8 bis 10 cm groß. Kleiner als 6 cm wird das Füllen fummelig, größer als 12 cm knickt das Papier beim Drücken ein. Runde Formen gelingen am leichtesten: Eine Avocado oder Erdbeere lässt sich sauber verschließen, ein Stern mit fünf Spitzen nicht.
  2. Motiv doppelt ausschneiden
    Ausschneiden und bemalenLege das bemalte Blatt auf das zweite und schneide beide gleichzeitig aus – so werden Vorder- und Rückseite automatisch deckungsgleich. Jetzt ist auch der beste Moment zum Bemalen: Solange die Teile flach liegen, malt es sich viel leichter als am fertigen Squishy. Filzstifte kurz trocknen lassen.
  3. Ränder mit Klebeband verschließen
    Ränder verklebenBeide Teile mit den bemalten Seiten nach außen aufeinanderlegen und die Ränder mit Klebeband verschließen. Zieh das Band dabei um die Kante herum auf beide Seiten – klebst du nur von oben, reißt es beim ersten Drücken auf. Lass eine Öffnung von etwa 3 cm frei, am besten an einer geraden Stelle: Dort lässt sie sich später am saubersten zukleben.
  4. Squishy mit Watte füllen
    FüllenSchiebe 1 Handvoll Füllung in kleinen Portionen durch die Öffnung und verteile sie mit dem stumpfen Ende des Bleistifts bis in die Ecken. Locker füllen, nicht stopfen. Der häufigste Fehler ist ein prall gefülltes Squishy, das sich nicht mehr eindrücken lässt. Richtig ist es, wenn du es noch gut zur Hälfte zusammendrücken kannst und es danach von selbst wieder aufgeht.
  5. Fertiges Papier-Squishy
    Verschließen und überziehenÖffnung zukleben und das Squishy anschließend rundum mit Klebeband überziehen, Bahn neben Bahn mit leichter Überlappung. Das ist der Haltbarkeits-Trick: Die geschlossene Hülle nimmt dem Papier die Belastung ab und schützt gleichzeitig deine Zeichnung. Fertig ist es, wenn sich keine Papierkante mehr ertasten lässt. Willst du noch etwas ergänzen, geht das nur mit Permanentmarker – wasserlösliche Stifte schmieren auf Klebeband.

Welche Füllung eignet sich am besten?

Zerknülltes Küchenpapier gewinnt beim Slow Rising, Watte ist am weichsten. Wer den typischen Zeitlupen-Effekt will, sollte also ausgerechnet nicht zur naheliegenden Watte greifen:

Vergleich der Füllmaterialien für selbstgemachte Squishies nach Slow-Rising-Effekt, Haptik und Haltbarkeit
Füllung Slow Rising Haptik Haltbarkeit
Zerknülltes Küchenpapier Am besten – geht spürbar langsam auf Etwas raschelig Gut, solange es trocken bleibt
Watte Gering – federt schnell zurück Am weichsten und gleichmäßigsten Sehr gut
Schaumstoff-Reste
(z. B. aus Verpackungen)
Gut, je nach Schaumdichte Sehr angenehm, wie gekauft Am besten
Frischhaltefolie, zerknüllt Mittel Knistert deutlich hörbar Gut
Mehl oder Grieß Kein Rückstellen – bleibt eingedrückt Schwer, sandig Nur im Ballon, nicht im Papier

Mein Favorit ist die Mischung: außen eine Lage Watte für die weiche Haptik, in der Mitte zerknülltes Küchenpapier für den langsamen Effekt. Das kommt gekauften Squishies am nächsten.

Squishy aus einem Schwamm

Drei selbstgemachte Squishies: aus Papier, aus einem Schwamm und als Knautschball aus einem Luftballon
Papier, Schwamm und Luftballon – drei Wege zum Squishy

Die schnellste Variante überhaupt: Ein neuer Küchenschwamm wird mit der Schere in Form geschnitten – rund, als Wolke oder als Herz. Fertig. Der Schwamm bringt den Slow-Rising-Effekt von Haus aus mit, weil sein Schaum genau so aufgebaut ist.

Zwei Dinge machen den Unterschied: Nimm einen Schwamm ohne die raue Scheuerseite, die kratzt an der Hand. Und ziehe ihn anschließend mit Klebeband oder einem Stück Frischhaltefolie ein – sonst bleibt die offene Schaumoberfläche schnell schmutzig.

Knautschball aus Luftballon und Mehl

Der Klassiker unter den Anti-Stress-Bällen, und die Variante, die am längsten hält. Ein Luftballon wird mit Mehl gefüllt und verknotet – das Ergebnis lässt sich kneten wie ein Teigball und behält jede Form, statt zurückzufedern.

  1. Luftballon einmal kurz aufblasen und wieder Luft ablassen – so dehnt sich das Gummi und lässt sich leichter füllen.
  2. Eine leere Plastikflasche mit Mehl füllen, den Ballon über den Flaschenhals stülpen und die Flasche zusammendrücken. Ohne Flasche geht es mit einem Trichter oder einem zusammengerollten Blatt Papier.
  3. So viel Mehl einfüllen, bis der Ballon etwa faustgroß ist. Luft herausdrücken und fest verknoten.
  4. Zweiter Ballon als Sicherheitshülle: Vom zweiten Ballon den Hals abschneiden und ihn über den ersten ziehen. Platzt der innere, bleibt das Mehl trotzdem drin.

Statt Mehl funktionieren auch Grieß (etwas gröber im Gefühl), Reis (deutlich härter) oder Speisestärke (besonders fein und quietschig). Wer es weicher mag, mischt Mehl mit etwas Watte.

Squishy-Stift selber machen

Ein beliebter Trend fürs Federmäppchen: Ein kleines, flaches Squishy wird auf einen Stift geklebt und macht ihn zum Knautsch-Stift. Das geht am einfachsten so:

  1. Ein Papier-Squishy nach der Anleitung oben basteln, aber deutlich kleiner – etwa 4 bis 5 cm – und flacher füllen.
  2. Ein Stück Klebeband doppelt legen, sodass beide Seiten kleben, oder doppelseitiges Klebeband verwenden.
  3. Das Squishy oben am Stift befestigen und mit einem weiteren Streifen Klebeband rundum sichern.

Wichtig ist die flache Füllung: Ein zu dickes Squishy macht den Stift kopflastig und man schreibt schlechter damit.

Squishy aus Sachen, die du zu Hause hast

Kein Bastelmaterial im Haus? Diese Alternativen funktionieren mit dem, was ohnehin da ist:

  • Zip-Beutel + Handcreme: Einen kleinen Gefrierbeutel zur Hälfte mit Handcreme oder Haarspülung füllen, Luft herausdrücken, verschließen und die Öffnung mit Klebeband sichern. Fühlt sich fast wie ein gekauftes Gel-Squishy an – aber immer doppelt verpacken, ein Leck ist sonst eine ziemliche Sauerei.
  • Ballon + Watte: Sehr leicht und weich, hält aber weniger lange als die Mehl-Variante.
  • Alte Socke + Reis: In wenigen Minuten fertig, oben zuknoten. Robust genug für die Schultasche.
  • Verpackungs-Schaumstoff: Die weiche Einlage aus einer Elektronik-Verpackung in Form schneiden – kostet nichts und hat den besten Slow-Rising-Effekt von allen.

Welche Methode passt zu wem?

Vergleich der vier Squishy-Methoden nach Zeitaufwand, Alter, Slow-Rising-Effekt und Haltbarkeit
Methode Zeit Ab Alter Slow Rising Hält
Papier-Squishy 15 Min. 5 Jahre Gut (mit der richtigen Füllung) Wochen bis Monate
Schwamm 5 Min. 5 Jahre Sehr gut Monate
Knautschball
(Luftballon + Mehl)
10 Min. Nicht unter 3, gut ab 6 Kein Rückstellen – bleibt in Form Monate
Squishy-Stift 20 Min. 7 Jahre Gut Wochen

Für einen Kindergeburtstag mit mehreren Kindern ist der Schwamm die entspannteste Wahl: fünf Minuten, keine Kleinteile, jedes Kind hat sofort ein Ergebnis. Das Papier-Squishy lohnt sich, wenn es individuell aussehen soll.

Häufige Probleme & Lösungen

Das Squishy lässt sich kaum eindrücken? Zu voll gefüllt. Öffnung wieder aufmachen und etwa ein Drittel der Füllung entnehmen. Faustregel: Es muss sich locker zur Hälfte zusammendrücken lassen.
Es springt sofort zurück statt langsam? Typisch für reine Watte-Füllung. Tausche einen Teil gegen zerknülltes Küchenpapier oder feinporigen Schaumstoff – siehe Füllungs-Tabelle.
Das Klebeband löst sich an den Rändern? Meist wurde nur auf einer Seite geklebt. Das Band muss um die Kante herum auf beide Seiten greifen. Bei Backpapier hält Klebeband generell schlechter – dort lieber normales Druckerpapier nehmen.
Das Papier reißt beim Drücken ein? Die Klebeband-Hülle ist unvollständig. Das Squishy wirklich rundum überziehen, dann trägt das Band die Belastung und nicht das Papier.
Der Knautschball verliert Mehl? Der Knoten sitzt zu locker oder der Ballon hat einen feinen Riss. Immer den zweiten Ballon als Außenhülle verwenden – das fängt genau diesen Fall ab.
Die Farbe schmiert auf dem Klebeband? Wasserlösliche Filzstifte trocknen auf Klebeband nicht richtig. Deshalb wird in Schritt 2 bemalt, solange das Papier noch nackt ist. Wer nachträglich etwas ergänzen will, braucht einen Permanentmarker.

Haltbarkeit & Pflege

Selbstgemachte Squishies sind nicht verderblich – deshalb gibt es hier keinen Haltbarkeits-Tracker. Wie lange sie durchhalten, hängt allein an der Beanspruchung:

  • Trocken halten: Papier-Squishies vertragen keine Feuchtigkeit. Eine vollständige Klebeband-Hülle schützt zwar, ist aber nicht wasserdicht.
  • Reinigen: Nur feucht abwischen. Schwamm-Squishies lassen sich als einzige richtig auswaschen und trocknen.
  • Nachbessern: Löst sich eine Klebestelle, einfach einen neuen Streifen darüberziehen – ein Squishy lässt sich beliebig oft flicken.
  • Knautschbälle regelmäßig prüfen: Wird das Gummi spröde oder zeigt Risse, den Ball entsorgen statt weiterzuverwenden.

Häufige Fragen zu selbstgemachten Squishies

Antworten auf die meistgestellten Fragen rund ums Squishy-Basteln:

Für die Papier-Variante reichen zwei Blatt Papier, transparentes Klebeband, eine Schere, etwas Füllung und Filzstifte. Das war es. Für den Knautschball brauchst du zwei Luftballons und Mehl, für die Schwamm-Variante nur einen neuen Küchenschwamm.

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