Squishy selber machen – 4 Anleitungen zum Nachbasteln
Im Schreibwarenladen kostet ein einzelnes Squishy schnell fünf bis sieben Euro – und nach zwei Wochen ist es entweder verloren oder die Naht reißt auf. Selbst gemacht kostet eins rund 20 Cent und ist in einer Viertelstunde fertig.
Auf dieser Seite findest du vier Wege dorthin: das Papier-Squishy als Klassiker, die Schwamm-Variante, den Knautschball aus Luftballon und den Squishy-Stift. Dazu die Frage, an der die meisten scheitern: Welche Füllung sorgt für den langsamen Slow-Rising-Effekt?
Was macht ein gutes Squishy aus?
Der Unterschied zwischen einem guten und einem enttäuschenden Squishy heißt Slow Rising. Gemeint ist: Du drückst es zusammen, lässt los – und es richtet sich langsam wieder auf, über zwei bis drei Sekunden. Genau dieses Zurückfedern in Zeitlupe ist der Reiz. Ein Squishy, das sofort zurückschnellt, fühlt sich billig an.
Erreichen lässt sich das über die Füllung und über die Hülle. Die Hülle muss weich und leicht dehnbar sein, die Füllung darf nicht federn, sondern muss sich langsam wieder ausdehnen. Deshalb funktioniert Watte weniger gut als zerknülltes Papier – dazu gleich mehr in der Füllungs-Tabelle.
Papier-Squishy selber machen
Die einfachste Variante und der beste Einstieg – du brauchst nur Papier, Klebeband und etwas zum Füllen. Alles davon liegt vermutlich schon in deiner Schublade.
- 2 Blatt Papier (Druckerpapier oder Backpapier)
- 1 Handvoll Füllung (Watte oder Küchenpapier)
- Außerdem:
- Transparentes Klebeband (breit, mind. 4 cm)
- Schere, Bleistift, Filzstifte
Anleitung in 5 Schritten
-
Motiv aufzeichnenZeichne dein Motiv mit Bleistift auf eines der beiden Blätter – etwa 8 bis 10 cm groß. Kleiner als 6 cm wird das Füllen fummelig, größer als 12 cm knickt das Papier beim Drücken ein. Runde Formen gelingen am leichtesten: Eine Avocado oder Erdbeere lässt sich sauber verschließen, ein Stern mit fünf Spitzen nicht. -
Ausschneiden und bemalenLege das bemalte Blatt auf das zweite und schneide beide gleichzeitig aus – so werden Vorder- und Rückseite automatisch deckungsgleich. Jetzt ist auch der beste Moment zum Bemalen: Solange die Teile flach liegen, malt es sich viel leichter als am fertigen Squishy. Filzstifte kurz trocknen lassen. -
Ränder verklebenBeide Teile mit den bemalten Seiten nach außen aufeinanderlegen und die Ränder mit Klebeband verschließen. Zieh das Band dabei um die Kante herum auf beide Seiten – klebst du nur von oben, reißt es beim ersten Drücken auf. Lass eine Öffnung von etwa 3 cm frei, am besten an einer geraden Stelle: Dort lässt sie sich später am saubersten zukleben. -
FüllenSchiebe 1 Handvoll Füllung in kleinen Portionen durch die Öffnung und verteile sie mit dem stumpfen Ende des Bleistifts bis in die Ecken. Locker füllen, nicht stopfen. Der häufigste Fehler ist ein prall gefülltes Squishy, das sich nicht mehr eindrücken lässt. Richtig ist es, wenn du es noch gut zur Hälfte zusammendrücken kannst und es danach von selbst wieder aufgeht. -
Verschließen und überziehenÖffnung zukleben und das Squishy anschließend rundum mit Klebeband überziehen, Bahn neben Bahn mit leichter Überlappung. Das ist der Haltbarkeits-Trick: Die geschlossene Hülle nimmt dem Papier die Belastung ab und schützt gleichzeitig deine Zeichnung. Fertig ist es, wenn sich keine Papierkante mehr ertasten lässt. Willst du noch etwas ergänzen, geht das nur mit Permanentmarker – wasserlösliche Stifte schmieren auf Klebeband.
Welche Füllung eignet sich am besten?
Zerknülltes Küchenpapier gewinnt beim Slow Rising, Watte ist am weichsten. Wer den typischen Zeitlupen-Effekt will, sollte also ausgerechnet nicht zur naheliegenden Watte greifen:
| Füllung | Slow Rising | Haptik | Haltbarkeit |
|---|---|---|---|
| Zerknülltes Küchenpapier | Am besten – geht spürbar langsam auf | Etwas raschelig | Gut, solange es trocken bleibt |
| Watte | Gering – federt schnell zurück | Am weichsten und gleichmäßigsten | Sehr gut |
| Schaumstoff-Reste (z. B. aus Verpackungen) |
Gut, je nach Schaumdichte | Sehr angenehm, wie gekauft | Am besten |
| Frischhaltefolie, zerknüllt | Mittel | Knistert deutlich hörbar | Gut |
| Mehl oder Grieß | Kein Rückstellen – bleibt eingedrückt | Schwer, sandig | Nur im Ballon, nicht im Papier |
Mein Favorit ist die Mischung: außen eine Lage Watte für die weiche Haptik, in der Mitte zerknülltes Küchenpapier für den langsamen Effekt. Das kommt gekauften Squishies am nächsten.
Squishy aus einem Schwamm
Die schnellste Variante überhaupt: Ein neuer Küchenschwamm wird mit der Schere in Form geschnitten – rund, als Wolke oder als Herz. Fertig. Der Schwamm bringt den Slow-Rising-Effekt von Haus aus mit, weil sein Schaum genau so aufgebaut ist.
Zwei Dinge machen den Unterschied: Nimm einen Schwamm ohne die raue Scheuerseite, die kratzt an der Hand. Und ziehe ihn anschließend mit Klebeband oder einem Stück Frischhaltefolie ein – sonst bleibt die offene Schaumoberfläche schnell schmutzig.
Knautschball aus Luftballon und Mehl
Der Klassiker unter den Anti-Stress-Bällen, und die Variante, die am längsten hält. Ein Luftballon wird mit Mehl gefüllt und verknotet – das Ergebnis lässt sich kneten wie ein Teigball und behält jede Form, statt zurückzufedern.
- Luftballon einmal kurz aufblasen und wieder Luft ablassen – so dehnt sich das Gummi und lässt sich leichter füllen.
- Eine leere Plastikflasche mit Mehl füllen, den Ballon über den Flaschenhals stülpen und die Flasche zusammendrücken. Ohne Flasche geht es mit einem Trichter oder einem zusammengerollten Blatt Papier.
- So viel Mehl einfüllen, bis der Ballon etwa faustgroß ist. Luft herausdrücken und fest verknoten.
- Zweiter Ballon als Sicherheitshülle: Vom zweiten Ballon den Hals abschneiden und ihn über den ersten ziehen. Platzt der innere, bleibt das Mehl trotzdem drin.
Statt Mehl funktionieren auch Grieß (etwas gröber im Gefühl), Reis (deutlich härter) oder Speisestärke (besonders fein und quietschig). Wer es weicher mag, mischt Mehl mit etwas Watte.
Squishy-Stift selber machen
Ein beliebter Trend fürs Federmäppchen: Ein kleines, flaches Squishy wird auf einen Stift geklebt und macht ihn zum Knautsch-Stift. Das geht am einfachsten so:
- Ein Papier-Squishy nach der Anleitung oben basteln, aber deutlich kleiner – etwa 4 bis 5 cm – und flacher füllen.
- Ein Stück Klebeband doppelt legen, sodass beide Seiten kleben, oder doppelseitiges Klebeband verwenden.
- Das Squishy oben am Stift befestigen und mit einem weiteren Streifen Klebeband rundum sichern.
Wichtig ist die flache Füllung: Ein zu dickes Squishy macht den Stift kopflastig und man schreibt schlechter damit.
Squishy aus Sachen, die du zu Hause hast
Kein Bastelmaterial im Haus? Diese Alternativen funktionieren mit dem, was ohnehin da ist:
- Zip-Beutel + Handcreme: Einen kleinen Gefrierbeutel zur Hälfte mit Handcreme oder Haarspülung füllen, Luft herausdrücken, verschließen und die Öffnung mit Klebeband sichern. Fühlt sich fast wie ein gekauftes Gel-Squishy an – aber immer doppelt verpacken, ein Leck ist sonst eine ziemliche Sauerei.
- Ballon + Watte: Sehr leicht und weich, hält aber weniger lange als die Mehl-Variante.
- Alte Socke + Reis: In wenigen Minuten fertig, oben zuknoten. Robust genug für die Schultasche.
- Verpackungs-Schaumstoff: Die weiche Einlage aus einer Elektronik-Verpackung in Form schneiden – kostet nichts und hat den besten Slow-Rising-Effekt von allen.
Welche Methode passt zu wem?
| Methode | Zeit | Ab Alter | Slow Rising | Hält |
|---|---|---|---|---|
| Papier-Squishy | 15 Min. | 5 Jahre | Gut (mit der richtigen Füllung) | Wochen bis Monate |
| Schwamm | 5 Min. | 5 Jahre | Sehr gut | Monate |
| Knautschball (Luftballon + Mehl) |
10 Min. | Nicht unter 3, gut ab 6 | Kein Rückstellen – bleibt in Form | Monate |
| Squishy-Stift | 20 Min. | 7 Jahre | Gut | Wochen |
Für einen Kindergeburtstag mit mehreren Kindern ist der Schwamm die entspannteste Wahl: fünf Minuten, keine Kleinteile, jedes Kind hat sofort ein Ergebnis. Das Papier-Squishy lohnt sich, wenn es individuell aussehen soll.
Häufige Probleme & Lösungen
Haltbarkeit & Pflege
Selbstgemachte Squishies sind nicht verderblich – deshalb gibt es hier keinen Haltbarkeits-Tracker. Wie lange sie durchhalten, hängt allein an der Beanspruchung:
- Trocken halten: Papier-Squishies vertragen keine Feuchtigkeit. Eine vollständige Klebeband-Hülle schützt zwar, ist aber nicht wasserdicht.
- Reinigen: Nur feucht abwischen. Schwamm-Squishies lassen sich als einzige richtig auswaschen und trocknen.
- Nachbessern: Löst sich eine Klebestelle, einfach einen neuen Streifen darüberziehen – ein Squishy lässt sich beliebig oft flicken.
- Knautschbälle regelmäßig prüfen: Wird das Gummi spröde oder zeigt Risse, den Ball entsorgen statt weiterzuverwenden.
- Bastelwatte / FüllwatteWeiche Füllung für Papier-Squishies
- Luftballons (Standardgröße)Für Knautschbälle – immer zwei pro Ball einplanen
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Häufige Fragen zu selbstgemachten Squishies
Antworten auf die meistgestellten Fragen rund ums Squishy-Basteln:
Für die Papier-Variante reichen zwei Blatt Papier, transparentes Klebeband, eine Schere, etwas Füllung und Filzstifte. Das war es. Für den Knautschball brauchst du zwei Luftballons und Mehl, für die Schwamm-Variante nur einen neuen Küchenschwamm.
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