Handcreme selber machen
Die meisten Rezepte für selbstgemachte Handcreme rühren Öl mit Wasser oder Aloe Vera zusammen. Das gibt eine schöne Creme. Ohne Konservierungsstoff können sich darin aber nach wenigen Tagen Keime vermehren, und man sieht es ihr nicht an.
Diese Handcreme enthält kein Wasser. Sie besteht aus Bienenwachs, Sheabutter und Kokosöl zu gleichen Teilen und wird in kleinen Formen fest. Auf der Haut schmilzt sie durch die Körperwärme und pflegt wie eine reichhaltige Creme. Weil Keime ohne Wasser kaum Grundlage finden, hält sie kühl gelagert etwa sechs Monate.
Wir machen sie in Pralinenform, zum Verschenken und für die eigenen Hände im Winter. Am Anfang kam sie uns ziemlich fettig vor. Inzwischen wissen wir, dass ein kurzes Reiben zwischen den Handflächen reicht.
Die Bilder auf dieser Seite sind KI-generierte Illustrationen.
Zutaten für feste Handcreme
Das Grundrezept ergibt rund 90 g, also 6 bis 8 Pralinen je nach Größe der Form. Wachs, Butter und Öl kommen zu gleichen Teilen hinein. Über die Schaltflächen rechnest du auf mehr Pralinen hoch, etwa für mehrere Geschenkschachteln.
- 30 g Bienenwachs (Pastillen)
- 30 g Sheabutter
- 30 g Kokosöl
- 5 Tropfen Vitamin-E-Öl (optional)
- Werkzeug:
- Küchenwaage, Topf, hitzefeste Schüssel oder Messbecher aus Glas mit Ausguss, Holzstäbchen oder Löffel zum Rühren, Teelöffel und kalter Teller für die Probe, Topflappen, Silikon-Pralinenform, Teller, Küchenpapier, Dose oder Schachtel zum Aufbewahren, 70-prozentiger Alkohol aus der Apotheke zum Einsprühen
- Nur für die Handbutter-Variante: Handrührgerät und Schraubglas
Allergene und Verträglichkeit: Sheabutter stammt aus der Nuss des Sheabaums, Reaktionen darauf sind selten. Bienenwachs kann Spuren von Propolis enthalten, das ist ein bekanntes Kontaktallergen. Bei Propolis-Allergie ersetzt Candelillawachs das Bienenwachs, bei Sheabutter-Unverträglichkeit nimmt Kakaobutter ihren Platz ein. Mandelöl ist ein Nussöl, bei Nussallergie Sonnenblumen- oder Olivenöl nehmen. Bei bekannter Allergie ersetzt ein Test auf dem Unterarm keine ärztliche Abklärung.
Feste Handcreme: Schritt für Schritt
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Abwiegen und Wasserbad vorbereiten Zuerst Schüssel, Rührstab, Form und Dose sauber und ganz trocken bereitlegen und mit 70-prozentigem Alkohol einsprühen, dann verdunsten lassen. Ohne Konservierungsstoff ist Sauberkeit der wichtigste Schutz. Die Form danach nur noch für Kosmetik nehmen, Silikon nimmt Fett und Duft an. 30 g Bienenwachs, 30 g Sheabutter und 30 g Kokosöl abwiegen. Das Abwiegen der kalten Zutaten können Kinder übernehmen. In den Topf etwa 3 cm hoch Wasser geben und erhitzen, bis es leicht simmert. Es soll nicht sprudeln, sonst spritzt Wasser in die Schüssel. Ein Messbecher aus Glas mit Ausguss ist ideal, weil du später direkt daraus gießen kannst. -
Wachs und Kokosöl schmelzen Bienenwachs und Kokosöl zusammen in die Schüssel geben und ins Wasserbad stellen. Bienenwachs allein schmilzt erst bei etwa 62 bis 64 Grad, im flüssigen Öl löst es sich schneller. Das dauert 10 bis 15 Minuten. Fertig ist die Masse, wenn sie klar und goldgelb ist und beim Rühren keine Pastillen mehr am Boden liegen. Die Sheabutter kommt erst danach, weil sie am wenigsten Hitze braucht. -
Sheabutter einrühren Die Sheabutter zur flüssigen Masse geben und rühren, bis sie vollständig geschmolzen ist. Reste von Butter in der Masse sind die häufigste Ursache für Körnchen. Das dauert meist zwei bis drei Minuten. Dann die Schüssel mit dem Topflappen aus dem Wasserbad heben. Außen trocken wischen, damit kein Wasser in die Form tropft. Wer mag, rührt jetzt 5 Tropfen Vitamin-E-Öl ein, das kann das Ranzigwerden der Öle verzögern. -
In die Form gießen Die Mischung etwa 2 Minuten abkühlen lassen, sie bleibt dabei flüssig. Wer die Härte vorher prüfen will, macht jetzt die Löffelprobe. Die Silikonform auf einen Teller stellen, damit du sie danach ohne Schwappen bewegen kannst, und die Mulden bis knapp unter den Rand füllen. Das Gießen übernimmt ein Erwachsener, die Masse ist noch über 60 Grad heiß. Reste in der Schüssel mit Küchenpapier auswischen, solange sie warm sind. Wachs gehört nicht in den Abfluss, es setzt ihn beim Abkühlen zu. -
Fest werden lassen Die Form 15 Minuten bei Zimmertemperatur stehen lassen, bis die Oberfläche matt wird, dann 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Das zügige Abkühlen verhindert, dass die Sheabutter kleine Körnchen bildet. Fertig sind die Pralinen, wenn sie sich durch und durch fest anfühlen und sich beim Drücken von unten ohne Rückstand aus der Form lösen. Bleibt die Mitte weich, weitere 15 Minuten kühlen.
Löffelprobe und Rettung
Vor dem Gießen einen Teelöffel der Masse auf einen kalten Teller geben. Nach zwei Minuten zeigt er die spätere Härte. Ist er zu weich, kommen 3 bis 5 g Wachs dazu, ist er zu hart, 5 g Öl. Auch fertige Pralinen, die zu hart, zu weich oder rissig geraten sind, lassen sich wieder einschmelzen und neu gießen. Haben sie Körnchen bekommen, etwa nach einem warmen Tag im Auto, schmilzt du sie ganz ein, lässt die Masse 15 bis 20 Minuten im heißen Wasserbad und kühlst sie danach zügig im Kühlschrank. Die Körnchen sind harmlos und schmelzen auf der Haut, sie sehen nur unschön aus. Pralinen mit Wassertropfen im Inneren kommen dagegen weg.
Feste Handcreme, Handbutter oder Creme mit Wasser?
Handcreme aus dem Laden ist fast immer eine Emulsion aus Öl und Wasser, mit Emulgator und Konservierungsstoff. Zu Hause lässt sich das nachbauen, braucht aber genau diese Zusätze. Die wasserfreien Varianten sind einfacher und halten ohne Zusatz.
| Art | Zutaten | Konservierung | Haltbarkeit | Zieht ein |
|---|---|---|---|---|
| Feste Handcreme | Wachs, Butter, Öl | nicht nötig | etwa 6 Monate | langsam, erst fettig |
| Handbutter (ohne Wachs) | Butter, Öl | nicht nötig | etwa 6 Monate | mittel |
| Creme mit Wasser | Öl, Wasser, Emulgator | nötig | ohne Konservierer keine sichere Angabe möglich | schnell |
Wasser, Aloe-Vera-Gel, Tee oder Honig bringen Feuchtigkeit in die Creme. Genau dort vermehren sich Bakterien und Schimmelpilze, oft ohne dass man es sieht oder riecht. Auch der Kühlschrank verlangsamt das nur. Für eine Creme mit Wasser braucht es deshalb eine erprobte Rezeptur mit Emulgator und Konservierungsstoff, die diese Seite bewusst nicht anbietet.
Welche Fette und Wachse eignen sich?
Das Verhältnis 1 : 1 : 1 gilt für die Kombination aus Bienenwachs, Sheabutter und Kokosöl. Wer eine Zutat tauscht, verändert die Härte. Diese Übersicht hilft beim Austauschen:
- Bienenwachs macht die Praline fest und bildet einen Schutzfilm auf der Haut. Mehr Wachs macht sie härter, weniger weicher.
- Sheabutter ist bei Zimmertemperatur fest, schmilzt auf der Haut und pflegt besonders trockene Stellen. Unraffinierte Sheabutter riecht leicht nussig.
- Kakaobutter ist härter als Sheabutter und duftet nach Schokolade. Als Ersatz für Sheabutter funktioniert sie, die Pralinen werden dann etwas fester.
- Kokosöl wird ab etwa 24 Grad flüssig. Im warmen Zimmer werden die Pralinen deshalb weicher.
- Mandelöl oder Olivenöl statt Kokosöl sind bei Zimmertemperatur flüssig. Die Pralinen werden weicher, dann 5 g Wachs mehr nehmen.
Für die Pflege macht das Verhältnis wenig Unterschied. Es entscheidet vor allem darüber, ob die Praline in der Hand bleibt oder in der Schachtel weich wird.
Varianten: ohne Kokosöl, vegan, weicher
- Ohne Kokosöl: 30 g Mandelöl oder Olivenöl nehmen und das Wachs auf 35 g erhöhen. Ob die Härte passt, zeigt die Löffelprobe. Bei Nussallergie Sonnenblumen- oder Olivenöl statt Mandelöl.
- Vegan: Statt Bienenwachs etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Menge Candelillawachs, also 15 bis 20 g. Pflanzenwachs härtet stärker, deshalb nicht eins zu eins tauschen und mit 15 g und der Löffelprobe anfangen.
- Weicher, zum Streichen: Das Wachs auf 15 g halbieren und die Masse in ein Döschen statt in die Form gießen. Sie wird zu einem festen Balsam, den man mit dem Finger entnimmt.
- Handbutter ganz ohne Wachs: 50 g Sheabutter und 50 g Kokosöl schmelzen, 30 Minuten in den Kühlschrank stellen, bis die Masse am Rand fest wird, und dann mit dem Handrührgerät 3 bis 5 Minuten luftig aufschlagen. In ein Glas füllen und kühl lagern. Wird es wärmer als etwa 24 Grad, fällt sie zusammen und wird ölig.
- Mit Farbe: Flüssige Lebensmittelfarbe mischt sich nicht mit Fett und bringt Wasser hinein, sie bleibt deshalb weg. Wer Farbe möchte, nimmt eine Messerspitze kosmetisch zugelassenes Pigment (Mica) aus dem Seifenbedarf. Ungefärbt sind die Pralinen durch das Bienenwachs ohnehin zartgelb.
- Mit Duft für Erwachsene: Höchstens 5 Tropfen eines hautverträglichen ätherischen Öls wie Lavendel in die etwas abgekühlte Masse rühren. Für Kinderhände ohne Duft, dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Honig wird oft für Handcreme empfohlen. In einer wasserfreien Creme mischt er sich aber nicht mit dem Fett. Er setzt sich ab, klebt und zieht an der Grenze zum Fett Feuchtigkeit aus der Luft. Wer Honig mag, findet ihn beim Lippenbalsam mit allen Einschränkungen.
Handcreme mit Kindern machen
Kinder ab etwa vier Jahren können beim Abwiegen helfen, die Form aussuchen und die fertigen Pralinen verpacken. Das Schmelzen und Gießen übernehmen Erwachsene, weil das Wachs über 60 Grad heiß wird und Wachsspritzer auf der Haut kleben bleiben. Beim Verpacken bemalen Kinder die Schachtel und schreiben den Anhänger, etwa als Geschenk für Erzieherinnen und Erzieher oder Großeltern.
Für Kinderhände ohne ätherische Öle. Das BfR weist darauf hin, dass Säuglinge und Kleinkinder schon auf kleinste Mengen ätherischer Öle empfindlich reagieren. Kampfer, Eukalyptus- und Pfefferminzöl gelten bei Kindern unter drei Jahren als besonders problematisch, weil sie lebensbedrohliche Atemprobleme auslösen können. Eine Handcreme landet bei Kleinkindern schnell im Gesicht und im Mund. Deshalb bleibt sie für Kinder unparfümiert, die Grundmischung riecht ohnehin leicht nach Honig und Nuss.
Bei sehr trockenen, rissigen oder entzündeten Kinderhänden und bei Neurodermitis ist die Kinderarztpraxis die richtige Adresse. Eine selbstgemachte Creme ersetzt keine Behandlung.
Handcreme verschenken
Als Geschenk hat die feste Form einen Vorteil gegenüber Cremes im Glas. Sie läuft nicht aus, hält ohne Kühlschrank und lässt sich wie Pralinen in eine Schachtel setzen.
- Pralinen in fettdichte Förmchen aus Backpapier oder Pergamin setzen. Normale Papierförmchen saugen das Fett, und die Schachtel bekommt Flecken. Für Handtasche oder Auto eignet sich eine kleine Blechdose, aus der man die Praline direkt benutzt.
- Auf den Anhänger gehören „Handcreme, nicht essen“, die Zutaten und das Herstellungsdatum. So kann jemand mit Allergie nachsehen.
- Zusammen mit einem Lippenbalsam aus denselben Zutaten wird daraus ein Pflegeset. Wer lieber etwas zum Baden verschenkt, findet beim Badesalz eine Ergänzung.
Verschenken im Familien- und Freundeskreis ist unkompliziert. Wer selbstgemachte Kosmetik verkaufen möchte, etwa auf einem Basar, fällt unter die EU-Kosmetikverordnung. Das gilt auch für Gratisproben im Rahmen einer Geschäftstätigkeit, etwa bei einem bezahlten Workshop. Die Verordnung verlangt unter anderem eine Sicherheitsbewertung durch eine Fachperson, eine verantwortliche Person, eine Meldung im europäischen Kosmetik-Portal und eine Zutatenliste nach vorgeschriebener Nomenklatur.
Haltbarkeit und Aufbewahrung
Als Richtwert hält feste Handcreme kühl und dunkel gelagert etwa sechs Monate. Das setzt voraus, dass sauber gearbeitet wurde und alle Zutaten frisch waren. Begrenzt wird die Haltbarkeit von den Fetten, die mit der Zeit ranzig werden. Läuft eine Zutat früher ab, gilt das frühere Datum.
- Riecht eine Praline ranzig, also scharf oder nach alter Nuss, oder zeigt sie Flecken, kommt sie weg.
- Mit trockenen Händen entnehmen. Wasser auf der Oberfläche ist der Einstieg für Keime.
- Unter 24 Grad lagern, sonst wird das Kokosöl weich. Im Sommer ist der Kühlschrank der bessere Ort, dann in einer geschlossenen Dose. Die Dose erst öffnen, wenn sie Zimmertemperatur hat, sonst beschlagen die kalten Pralinen. Praktisch ist ein Wochenvorrat in der Wohnung, der Rest bleibt kühl.
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- Bienenwachs-Pastillen (kosmetiktauglich)Pastillen schmelzen schneller und gleichmäßiger als Blöcke
- Silikon-PralinenformDie festen Pralinen lösen sich ohne Rückstand
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Quellenangaben und weiterführende Links
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Fragen und Antworten zur Anwendung von ätherischen Ölen (Säuglinge und Kleinkinder, Kampfer, Eukalyptus, Pfefferminz)
- Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel (Sicherheitsbewertung beim Inverkehrbringen)
Häufig gestellte Fragen
Die häufigsten Fragen zu selbstgemachter Handcreme:
Am einfachsten und haltbarsten als feste Handcreme ohne Wasser. 30 g Bienenwachs, 30 g Sheabutter und 30 g Kokosöl im Wasserbad schmelzen, in eine Silikonform gießen und etwa eine Stunde fest werden lassen. Ohne Wasser braucht sie keinen Konservierungsstoff und hält kühl gelagert etwa sechs Monate.
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